Angefixt & abgeblitzt
Was passieren kann, wenn ein Geschäftsmodell Marketing und Sales nicht in eine Linie bringt, habe ich gerade mal wieder an einem echten Klassiker erlebt.
Mein neuer Dogsitter hat nämlich alle Register gezogen, mich von einem neuen Hundefutter zu überzeugen. Spätestens die umfangreichen Produktproben hatten gewirkt. Ein 1a Produkt. Es riecht sogar für die menschliche Nase gut. Und die Hund schob den geleerten Napf stundenlang durchs Appartment.
Wer schonmal eine Futterumstellung durchgemacht hat, weiß außerdem um die Dramen, die damit zusammenhängen (ich gehe nicht in unappetitliche Details). Nichts davon geschah, dieses Futter ist schlicht und einfach toll.
Was könnte einen also noch davon abbringen, seinem Lieblingsmitbewohner, die neue Droge wieder schmerzhaft zu entziehen?
Natürlich Internetrecherche. Denn es fängt damit an, dass das Preismodell sehr geheimnisvoll ist. Man ist sich bewusst, dass das Zeug teuer sein muss, aber damit rechnet man natürlich. Aber diese Geheimniskrämerei, die eine Preisgabe aller möglichen persönlichen Daten fordert, bevor man eine Auskunft erhält, ist nicht nur ärgerlich, sondern lässt alle bösen Ahnungen in astronomische Höhen wandern.
Man wird also regelrecht dazu genötigt, intensiv im Netz zu recherchieren. Sehr, sehr ungeschickt! Denn lange vor irgendwelchen Preisangaben, erhält man gruselige Informationen über das Geschäftsgebaren des Anbieters. Regelmäßige Preiserhöhungen bzw. Verkleinerungen der Produktverpackungseinheiten. Aufdringliche Vertreter, die wöchentlich mit Anrufen, Besuchen und Mitmach-Forderungen nerven. Natürlich handelt es sich um ein aggressives MLM-Geschäft. Höchst unsympathische Unternehmensinterna inklusive.
Wer mit einem LOHAS-Produkt am Markt ist, sollte eigentlich wissen, dass die Zielgruppe so etwas aus tiefstem Herzen ablehnt. Der damit einhergehende Gewissenskonflikt gegenüber dem Haustier steigert die schlechte Laune natürlich noch. Und potenziert die üble word-of-mouth Wirkung online wie offline.
Ich kaufe da nicht. Stattdessen schmeiße ich anderen Herstellern für Unmengen Trost-Goodies die Moneten in den Hals. Ganz schön dumm gelaufen.



