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Generation Botox

Auf den ersten Blick mag dieser Eintrag off-topic erscheinen, er ist es aber nicht wirklich. Sowohl das Thema Kommunikation als auch Gehirnwissenschaft und Psychologie - und damit das Neuromarketing - sind von den Folgen der Anwendung von Botox als “Faltenkiller” betroffen.

Botox-Parties boomen weiter, und man darf davon ausgehen, dass heute bereits gut 50% der weiblichen, besserverdienenden Zielgruppe ab Mitte dreißig ihre Gesichtszüge mit Schlangengift lähmen. Die Tatsache an sich ist schon ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.

Aber die Auswirkungen gehen weit über den gewünschten kosmetischen Effekt hinaus:

1. Die Mimik macht den entscheidenden Faktor in der nonverbalen Kommunikation des Menschen aus. Sie einzuschränken ist fatal für die Qualität der Kommunikation. Außerdem zitiere ich dazu Wikipedia: die Züge “versteinern” lassen bedeutet: Ablehnung, Erhöhung der sozialen Distanz

2. Eine neue Studie hat etwas angestoßen, worüber wohl noch niemand so richtig nachgedacht hat. Seit Darwin schon ist nämlich bekannt, dass unsere Mimik nicht nur unsere Mitmenschen beeinflusst, sondern auch unsere eigene Psyche.

Wenn wir nur lange genug lächeln - und hier reicht es sogar, unsere Mundwinkel mit den Fingern lange genug oben zu halten - steigert das unsere Laune. Umgekehrt wirkt ein unglücklicher Gesichtsausdruck deprimierend.

In besagter Studie hat sich tatsächlich herausgestellt, dass die Botoxbehandlung nicht nur verflachend auf Falten auswirkt, sondern ebenso auf die Gefühlsintensität. Damit wären kosmetische Behandlungen mit Schlangengift- leicht überspitzt - durchaus wie Psychopharma verwendbar. Das neue Lithium. Aber rezeptfrei.

Man kann das natürlich - vor allem aus Neuromarketing-Sicht eines psychisch leicht labilen Konsumenten - positiv sehen. Grundsätzlich wirkt aber damit ein Mittel, dass letztlich angewendet wird um gesellschaftlich Anerkennung zu erfahren, sozial einschränkend und emotional lähmend.


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