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Nucleus accumbens wertet nicht

Für Gier, Abhängigkeiten und Sehnsüchte ist in unserem Gehirn das “craving center” - das Begierde-Zentrum, der “Nucleus accumbens” - hauptverantwortlich. Dort befinden sich nämlich die Dopaminrezeptoren, also die Quelle für Glückgefühle. Folgerichtig ist diese Hirnregion bedeutend für unser “Belohnungssystem” und für das Entstehen von Sucht aller Art.

Das lässt bereits vermuten, dass “Vernunft” oder rationales Denken hier einen schweren Stand haben. Empfangen wir einen gierauslösenden Reiz, so lässt uns das craving center sabbern und leiden bis wir nachgeben. Auch wenn uns nach etwas bekanntermaßen Ungutem gelüstet, das uns womöglich sogar umbringt. Das geht soweit, dass Nikotinabhängige sogar von den Warnungshinweisen (”Rauchen tötet” & Co.) angefixt werden. Diese Hinweise haben also den genau gegenteiligen Effekt als den gewünschten. Der Nucleus accumbens sorgt dafür, dass wir nicht “Rauchen tötet!” sondern “Rauchen, rauchen, rauchen!” wahrnehmen.

Die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen und Plakaten sind wie “Markenzeichen” für Nikotin. Es gibt für unsere Gier-Zentrale im Gehirn nur “on” und “off”, und zwar völlig frei von irgendwelchen Wertfiltern. Deshalb sind Warnungen keine Bremse sondern Teaser.

Für den Marketer ist es schön zu wissen, dass man nur den Reiz möglichst brachial (das funktioniert mit einer brutalen “evil”-Komponente nunmal besonders gut) übermitteln muss. Für den Empfänger (und das betrifft natürlich auch Suchtkranke oder unglücklich Verliebte) gibt es eigentlich nur ein Entkommen: Sport.


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