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Relativitätstheorie

Für die Irrationalität menschlicher Entscheidungen kann ich aktuell ein lebensnahes Beispiel liefern. Ich bin nämlich in eine wahre Bruchbude gezogen.

Ich erinnere mich an den Besichtigungs-Termin mit dem Makler. Natürlich habe ich mir vorher die Umgebung angesehen. Gegenüber des Hauseingangs stehen ein Karmann Ghia und eine geradezu antike Vespa im Schaufenster. Nebenan hat ein Tierpräparator sein Geschäft. Und von der Straßenecke aus hat man freie Sicht auf Schloss Wilhelminenberg.

Der Anblick der Wohnung selbst war wie gesagt eher niederschmetternd. Und das betraf nicht nur durch einfache Renovierungsarbeiten auszumerzende Makel.

Natürlich wählen wir unser “Heim” auch hinsichtlich der Umgebung. Deswegen ziehen wir aber noch lange nicht in ein malerisch gelegenes Gruselschloss.

Ich habe die Wohnung trotzdem genommen. Weil mich das Drumherum angeteasert hat und der anschließende Schock mein Gehirn blockiert hat. Würde der Neuromarketer sagen.

Es ist aber auch erwiesen, dass das Umfeld einen viel größeren Einfluss auf unsere Entscheidungen ausübt, als uns bewusst ist. Und als rational vernünftig wäre. Relative Faktoren wiegen für uns oft schwerer als absolute.

Ein Beispiel ist der Klassiker, den Stephan Schleim beschrieben hat: Verdienen wir mehr als unser Kollege, so macht uns das glücklicher, obwohl unser Gehalt möglicherweise unserer Leistung keineswegs angemessen ist.


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